Interventionelle Schlafmedizin und Schnarchen

Die Sprechstunde für Interventionelle Schlafmedizin und Schnarchen ist eine Spezialsprechstunde, welche sich hauptsächlich an 3 Patientengruppen richtet.

Patienten mit Schlafapnoesyndrom und Unverträglichkeit der CPAP-Maske

Ca. 45 % der Patienten mit einem Schlafapnoesyndrom tolerieren die CPAP-Maske langfristig nicht. Für diese Untergruppe der Schlafapnoe-Patienten gibt es anderweitige Therapiemöglichkeiten, für welche sie in der Sprechstunde für Interventionelle Schlafmedizin und Schnarchen untersucht und abgeklärt werden. In der Regel wird nach dem ersten Sprechstundentermin eine Schlafendoskopie geplant. Dabei handelt es sich um eine ambulante Untersuchung in tiefer Sedation (eine Vorstufe der Narkose) zur Beurteilung der dynamischen Engstellen im Gaumen und Rachenbereich. Nach der Schlafendoskopie werden die Therapieoptionen besprochen. Dabei bieten wir ein breites chirurgisches Spektrum inklusive moderner Verfahren wie die Roboter-assistierte Chirurgie des Zungengrundes an. In bestimmten Fällen kann auch die Implantation eines Systems zur Nervenstimulation der Zungenbewegung (sog. Hypoglossusstimulation) zum Einsatz kommen. Selbstverständlich wird nach einem individuell angepassten, patientengerechten Therapieansatz gesucht und in diesem Zusammenhang werden zunächst konservative Therapieansätze evaluiert (z.B. Unterkieferprotrusionsschienen). Falls nötig, erfolgt die Zuweisung an andere Spezialkliniken (z.B. Kieferchirurgie bei Fehlstellung des Ober- oder Unterkiefersoder die Vorstellung beim bariatrischen Team der Viszeralchirurgie bei einem BMI > 35 kg/m2).

Patienten mit habituellem Schnarchen

Patienten, die nicht an einem Schlafapnoesyndrom leiden, sich aber an ihrem lauten Schnarchen stören, bzw. deren Partnerin oder Partner sich daran stört, werden ebenfalls untersucht und entsprechend beraten. Da habituelles Schnarchen, also Schnarchen ohne Apnoeepisoden, kein gesundheitliches Risiko darstellt, wird die Behandlung in der Regel nicht von der Krankenkasse gedeckt. Hier kommen als Therapieoptionen Eingriffe in Lokalanästhesie am Weichgaumen, die Entfernung der Gaumenmandeln mit Gewebestraffung im Gaumenbereich oder konservative Systeme (Unterkieferprotrusionsschienen, Schnarchspangen etc.) in Frage. Falls man sich für eine solche Therapieoption entscheidet, ist mit Kosten ab 700 Franken zu rechnen.

Patienten mit lautem Schnarchen, wobei unklar ist, ob Atemaussetzer bestehen

Häufig ist nicht klar, ob lediglich ein Schnarchen oder ein Schlafapnoesyndrom vorliegt. In diesem Fall führen wir eine Screening-Untersuchung durch, welche in häuslicher Umgebung die Sauerstoffsättigung im Blut über Nacht misst. Kann dabei ein Schlafapnoesyndrom nicht mit ausreichender Sicherheit ausgeschlossen werden, wird der Patient für eine genauere Schlafabklärung bei den Pneumologen angemeldet. Eine weitere Betreuung in unserer Sprechstunde kann dann erfolgen, falls die CPAP-Maske nicht toleriert wird, oder falls keine CPAP-Maske benötigt wird und der Patient eine Behandlung des Schnarchens wünscht.

Sprechen Sie mit ihrem Hausarzt über ihre Schlafprobleme. Bei hochgradigem Verdacht auf ein Schlafapnoesyndrom ist eine direkte Überweisung an die pneumologische Klinik für eine Schlafabklärung sinnvoll.
In den anderen, oben erwähnten Fällen empfiehlt sich eine Vorstellung in unserer Sprechstunde für Interventionelle Schlafmedizin und Schnarchen.
Zögern Sie nicht, uns bei CPAP-Maskenintoleranz zu kontaktieren!

Auskunft und Anmeldung