ORL-Onkologie

Leitung: PD Dr. med. Gerhard F. Huber

Projekte

Prognostische Marker bei der Behandlung von Kopf- /Halstumoren

(cand. med. L. Züllig / cand. med. S. Weber / Kooperation mit klinischer Pathologie USZ, Prof. H. Hoch, Dr. M. Rössle)

Analog wie z.B. bei Brustkrebs wäre es wichtig bei Erstdiagnose eines Kopf-/Halstumors Hinweise auf dessen Aggressivität zu haben. Mit verschiedenen Projekten wurden und werden unterschiedliche biologische Marker auf ihre prognostische Wertigkeit untersucht. In Zukunft könnten Patienten mit vorhandenen schlechten prognostischen Markern im Sinne einer “massgeschneiderten“ Therapie gleich zu Beginn aggressiver behandelt werden.

Neue Methoden der Sentinel-Lymphknotenbiopsie

(Anwendung von „Microbubbles“ / Pilotstudie; Dr. N. Kastrinidis)

Die adäquate Behandlung bei klinisch fehlenden Zeichen einer Halslymphknotenmetastasierung bei bösartigen Tumoren der Mundhöhle und des Rachenraumes bleibt kontrovers. Die meisten Zentren bieten in diesem Fall eine chirurgische Halslymphknotenausräumung an. Bei einer statistischen Chance von 20-40% für einen positiven Halslymphknotenbefall werden viele Patienten dadurch keinen direkten Vorteil erfahren. Das Konzept der Sentinellymphknotenbiopsie (SNB) bietet hierbei, wie auch bei der Brustchirurgie, eine validierte Alternative. Das UniversitätsSpital Zürich besitzt eine der weltweit grössten Datenbanken und Erfahrung diesbezüglich.
Ein Nachteil der SNB ist die Verwendung von einem radioaktiven Kolloid, dessen Herstellung teuer und dessen Anwendung an grössere Zentren mit entsprechenden Bewilligungen gebunden ist. Mit sog. Mikrobubbles welche um das Tumorbett gespritzt werden, könnten Sentinellymphknoten künftig mit Ultraschall sichtbar gemacht werden; neben Kostenaspekten wäre auch der Verzicht auf Radioaktivität bei dieser Methode reizvoll.

Prävalenz von Helicobacter pylori (HP) in Biopsien aus dem ORL-Bereich bei Patienten mit bewiesener HP Infektion im Magen

(cand. med. J. Fellmann, Dr. J. Weisert)

Die Rolle von Helicopbacter pylori als äthiologischer Faktor beim Magenkarzinom ist etabliert. Ob er auch bei auch als Co-Faktor bei ORL-Karzinomen eine Rolle spielt ist Gegenstand der Untersuchungen.

AOC-Studie

(Zusammenarbeit mit der Klinik für Radioonkologie; PD Dr. G. Studer, PD Dr. O. Riesterer)

Im Rahmen einer randomisierten Studie wird bei Patienten mit fortgeschrittenen Kopf-/Halstumoren untersucht ob ein über die Zeit der Bestrahlung hinaus verabreichter EGFR-Blocker (Cetuximab) einen Einfluss auf die Tumorkontrolle und das Überleben hat. Am prätherapeutisch gewonnenen Tumormaterial werden zusätzlich molekularbiologische Untersuchungen durchgeführt.

Verschiedene klinische Studien

Erfolgsrate der Salvage („Rettungs-“) -chirurgie bei Versagen der Ersttherapie

(cand. med. K. Matoscevic)

Bei welchen Patienten macht eine grosse Operation nach primärem Therapieversagen überhaupt Sinn?

Tracheotomie als negativer prädiktiver Faktor bei der primären Radio(chemo)therapie von fortgeschrittenen Larynxkarzinomen

(Dr. med. R. Schariazadeh)

Es wird untersucht ob die Tracheotomie während, vor oder unmittelbar nach der Strahlentherapie sich negativ auf die Heilungsrate auswirkt (Fall-Kontroll-Studie).

 

Perineuralscheideninfiltration als negativer prädiktiver Faktor bei Karzinomen der Mundhöhle

(Dr. med. R. Laske)

Wachstum von Tumorzellen entlang der Perineuralscheiden ist ein bekannter negativ prädiktiver Faktor. Oft wird jedoch nicht unterschieden ob die Perineuralscheiden ausser- oder innerhalb des Primärtumors betroffen sind. Es soll untersucht werden ob hier ein Unterschied betreffend Heilungs- und Überlebensrate auszumachen ist.

Outcome nach Behandlung der sehr seltenen, hochaggressiven Merkel-Zell-Karzinome im ORL-Bereich

(Dr. med. G. Morand)

Eine in Zunahme begriffene seltene Tumorart bei welchem eine virale Aetiologie im Vordergrund steht. Anhand der klinischen Daten soll die Erfolgsrate bei der Behandlung dokumentiert werden.

Ausgewählte Publikationen
  • Head Neck. 2012 May 18. Occult metastases detected by sentinel node biopsy in patients with early oral and oropharyngeal squamous cell carcinomas: Impact on survival. Broglie MA, Haerle SK, Huber GF, et al.

  • Int J Cancer. 2011 Sep 15;129(6):1404-9. Podoplanin expression correlates with sentinel lymph node metastasis in early squamous cell carcinomas of the oral cavity and oropharynx. Huber GF, Fritzsche FR, Züllig L, et al.

  • BMC Cancer. 2011 Jun 3;11:217:1-8. Down regulation of E-Cadherin (ECAD) - a predictor for occult metastatic disease in sentinel node biopsy of early squamous cell carcinomas of the oral cavity and oropharynx. Huber GF, Züllig L, Soltermann A, et al.

  • Cancer. 2011 Mar 29. Expression patterns of Bmi-1 and p16 significantly correlate with overall, disease-specific, and recurrence-free survival in oropharyngeal squamous cell carcinoma. Huber GF, Albinger-Hegyi A, Soltermann A, et al.

Kooperationen
  • Klinik für Hals-Nasen-Ohrenkrankheiten, Kantonsspital St. Gallen.