Head & Neck

Leitung:

​PD Dr. med. Martina Broglie Däppen

​Mitarbeitende:

​Dr. med. Jonas Fellmann
Dr. med. Christina Meerwein
Dr. med. Grégoire Morand
Dr. med. Nikos Kastrinidis
Christian Thüring

Projekte

Bedeutung des humanen Papillomavirus für Diagnose, Therapie und Prognose beim Oropharynxkarzinom

PD Dr. med. M. Broglie

In Zusammenarbeit mit dem deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg sind wir daran, einen neuen ELISA-basierten Test für den Nachweis von Antikörpern gegen das humane Papillomavirus (HPV) zu etablieren, welcher in Zukunft sowohl für die Diagnose, in der Nachsorge als auch als potentieller Screeningtest eingesetzt werden kann. Aus früheren Untersuchungen ist bekannt, dass Antikörper bereits bis zu 10 Jahren vor der eigentlichen Diagnose eines HPV-assoziierten Karzinomes im Blut nachgewiesen werden können, was sie zu einem spannenden Marker für die Frühdiagnose macht. Als zusätzliche Parameter im Blut ist zudem die Analyse der Rolle von Autoantigenen, zirkulierender HPV-DNA, HPV-RNA, spezifischer T-Lymphozyten, Tumor-DNA, Tumor-RNA und tumorspezifischen Mutationen geplant.

Desweiteren führen wir in Zusammenarbeit mit dem Kantonsspital St. Gallen und der Universität Calgary, Kanada eine Studie zur Bedeutung des Mikrobioms in den Tonsillen als möglicher Prädilektionsfaktor für die Entstehung eines HPV-assoziierten Oropharynxkarzinoms durch.
Im Rahmen einer Multizenterstudie mit den Zentren Bern, Lausanne, Fribourg, Aarau, Bellinzona, St. Gallen und Zürich wurde eine grosse Kohorte von chirurgisch behandelten Oropharynxkarzinomen zusammengestellt, welche nun für weiterführende Untersuchungen zum adäquaten Staging von Oropharynxkarzinomen und zur Bedeutung von Zweitkarzinomen im Zusammenhang mit dem Risikofaktor Rauchen verwendet wird.

Diagnostische und prognostische Wertigkeit metabolischen Tumorparameter

Dr. G. Morand

In Zusammenarbeit mit Dr. M. Hüllner (Nuklearmedizin, UsZ) werden metabolische Tumorparameter (z.B. SUV, TLG, MTV) auf ihre diagnostische und prognostische Wertigkeit untersucht. Diese Parameter werden im Rahmen der Staging-Untersuchung mittels Position Emission Tomographie mit Computertomographie (PET/CT) bei vielen Krebspatienten akquiriert, jedoch ist ihre klinische Bedeutung momentan noch unklar. Ziel ist es, durch die detaillierte Analyse dieser Parameter eine höhere Sensitivität und Spezifität der PET/CT Untersuchung in Hinblick auf die Prognose, das Therapieansprechen und die Nachsorge zu erzielen. Im Weiteren werden neue nuklearmedizinische Tracer (z.B. Cholin) auf ihre Aussagekraft bei seltenen Tumoren, welche die gewöhnlichen Tracer (sog. FDG) wenig oder kaum aufnehmen, untersucht.

Neue Methoden der Sentinel-Lymphknotenbiopsie

Dr. N. Kastrinidis, Dr. Ch. Meerwein

Die adäquate Behandlung bei klinisch fehlenden Zeichen einer Halslymphknotenmetastasierung bei malignen Tumoren der Mundhöhle und des Rachenraumes bleibt kontrovers. Die meisten Zentren bieten in diesem Fall eine chirurgische Halslymphknotenausräumung (selektive Neck Dissection) an. Das Konzept der Sentinellymphknotenbiopsie (SNB) bietet eine validierte, onkologisch sichere, minimal invasive Alternative, was schon in zahlreichen internationalen und eigenen Arbeiten gezeigt werden konnte. Ein Nachteil der SNB ist die Verwendung eines radioaktiven Kolloid, dessen Herstellung teuer und dessen Anwendung an grössere Zentren mit entsprechenden Bewilligungen gebunden ist. Eine mögliche Alternative bieten Mikrobubbles, welche ebenfalls um das Tumorbett gespritzt und mit Hilfe eines intraoperativen Ultraschalls sichtbar gemacht werden könnten. Diese Technik wird in einer prospektiven Studie untersucht.

Desweiteren sind Studien zur Anwendung der SNB beim vorbehandelten oder unilateral positiven Hals geplant.

Teilnahme an internationale Studien:

Ausserdem ist die ORL-Onkologie an mehreren internationalen, randomisierten Multizenterstudien beteiligt. Die sog. «Best of» Studie ist eine Europaweite Studie (EORTC), welche die Ergebnisse von primärer Chirurgie vs. Radiotherapie bei Patienten mit Oropharynxkarzinom in Frühstadien untersucht. Weitere Studien werden zusammen mit den Kollegen der Radioonkologie durchgeführt. Als Beispiel sollte die JAVELIN Studie (Pfizer®) erwähnt werden. Diese untersucht die Wirksamkeit von sog. Immunmodulatoren in Kombination mit Standardtherapieverfahren bei Kopf-Hals-Karzinom-Patienten.

Kooperationen
  • DKFZ, Heidelberg
  • Hals-Nasen-Ohrenklinik, Inselspital Bern
  • Klinik für Radioonkologie, Inselspital Bern
  • Klinik für Hals-Nasen-Ohrenkrankheiten, Kantonsspital St. Gallen
  • Institut für Immunbiologie, Kantonsspital St. Gallen
  • Institut für Pathologie, Kantonsspital St. Gallen