Rhinologie

​Leitung:

​Prof. Dr. med. David Holzmann

​Mitarbeitende:

​PD Dr. med. Michael Soyka
Dr. med. Domenic Vital

Projekt 1

1. Endoskopisch endonasale Behandlung von Schädelbasispathologien

Kooperation:
  • Institut für Neurochirurgie, USZ Prof. Dr. L. Regli & PD Dr. N. Krayenbühl, Dr. O. Bozinov
  • Paul Scherrer Institut, Villigen, Abteilung Protonentherapie Dr. Schneider
  • Klinik für Radioonkologe, Frau PD Dr. G. Studer

Tumor der Nase und der Nebenhöhlen, sowie Raumforderungen welche von der Schädelbasis selbst ausgehen wurden bis vor wenigen Jahren vorwiegend über Zugänge von aussen, d.h. mit einer beträchtlichen Morbidität operiert. Durch die Weiterentwicklung der optischen Systeme und intraoperativen Navigationssysteme ist es uns möglich, in Zusammenarbeit mit den Kollegen der Neurochirurgie, diese Pathologien zunehmends auf transnasalem Wege zu behandeln. Ziel unserer Arbeitsgruppe ist es eine gleich gute oder noch bessere Qualität in der Schädelbasischirurgie anzubieten. Im Rahmen dieses Projektes werden Patienten mit Schädelbasistumoren selektioniert und mit dieser neuen Technik operiert und ggf. mit Protonen nachbestrahlt. Vergleiche bei Malignomen der Nasennebenhöhlen, die sich bis in den intracraniellen Raum ausdehnen sind bereits vorhanden und können nach genügend langer Beobachtungszeit mit den Resultaten verglichen werden, die mit konventionellen Operationstechniken erreicht wurden. Gerade der minimalinvasive bzw. minimal-destruktive Zugang gewinnt an Bedeutung bei Tumoren oder Fehlbildungen der vorderen und zentralen Schädelbasis bei Kindern.

Projekt 2

2. Immunologische Pathomechanismen der chronischen Rhinosinusitis

Kooperation:
Schweizerisches Institut für Allergie und Asthmaforschung (SIAF) in Davos, Prof. C. Akdis

Die Pathogenese der chronischen Rhinosinusitis ist unklar. Verschiedene Aspekte der Immunologie spielen eine Rolle und konnten bereits untersucht werden. Über die Ausschüttung von Botenstoffen/Zytokinen kommt eine Interaktion zwischen Entzündungszellen und dem Epithel zu Stande. Unsere Forschungsgruppe befasst sich mit allen Teilaspekten dieser Interaktion. Wir konnten zeigen, dass IL-32 und IL-33 in der chronischen Rhinosinusitis fehlreguliert sind und über die Interaktion mit T-Zellen (insbesonder TH17 Zellen) dies zur Pathogenese beiträgt. Zudem konnten Apoptosemechanismen und die Relevanz von IFN-gamma untersucht werden.
Unsere aktuellsten Projekte befassen sich mit der Untersuchung von IgE Produzierenden Zellen und mit der Barrierefunktion von Epithelzellen, insbesondere den Tight junctions. Unsere Forschungsgruppe hat gezeigt dass, das Epithel von Patienten mit chronischer Rhinosinusitis undicht ist, da die Tight junctions nicht korrekt funktionieren. Die Regulation dieser Fehlfunktion und die Verbesserung der Dichtigkeit sind Gegenstand unserer aktuellsten Untersuchungen.

Projekt 3

3. Cystische Fibrose (CF)

Kooperation: Pneumologie USZ, Prof. Dr. A. Böhler

Die zystische Fibrose ist eine häufige autosomal rezessiv vererbte genetische Erkrankung mit dysfunktionellem Chloridkanal. Neben der bekannten Lungenproblematik besteht bei bis zu 50% dieser Patienten eine chronische Rhinosinusitis mit Polypen. Unsere Forschungsgruppe verfolgt zusammen mit den Spezialisten der Pneumologie Untersuchungen in Bezug auf das Aufgreten von Polypen und deren Einfluss auf das Outcome von lungentransplantierten Patienten. Zudem wird der Einfluss der chirurgischen Nasennebenhöhlensanierung auf die bakterielle Kolonisation der Nase und Lunge und deren Einfluss auf die chronische Transplantatabstossung evaluiert

Projekt 4

4. Mechanische Charakterisierung von menschlichem Knorpel zur Etablierung optimierter Bioimplantate für die Rekonstruktion von knorpelhaltigen Geweben

Kooperation: ETH Zürich Institut für Biomechanik, Dr. K. Stok

Im Rahmen diese Projekts soll ein neuer Ansatz für die Herstellung von Knorpelgewebe verfolgt werden. Auf individuell geformten Implantatmatrices aus nicht-resorbierbarer bakterieller Zellulose bzw. Alginaten als Trägermaterial könnten patienteneigenen Chondrozyten gezüchtet werden.
In einem Teilprojekt wird das Knorpelgewege biomechanisch charakterisiert. Dabei werden Eigenschaften wie Steifigkeit, Zugfestigkeit und Porosität ermittelt, um das synthetisch hergestellte Trägermaterial möglichst identisch zum humanen Knorpel herzustellen. Ein solches optimiertes Trägermaterial, kombiniert mit autologen Chondrozyten, soll in Zukunft Knorpeltransplantationen und die damit verbundenen Komplikationen (Abstossung des Implantats, Entzündungen, ungewünschte Verformungen) ersetzen.
Damit könnte beispielsweise Patienten geholfen werden, die unter angeborenen Fehlbildungen der Ohrmuschel leiden oder Defekte im Gesichtsbereich nach Unfällen oder Krebsoperationen haben.

Projekt 5

5. Klinische Rhinologie

Kooperationen mit verschiedenen Kliniken und Institute am USZ

Die Diagnostik und Therapie klinischer Krankheitsbilder der Nase und des Nasennebenhöhlensystems sind durch immer neue wissenschaftlichen Erkenntnissen einem Wandel unterworfen. Folgende prospektive Studien werden derzeit verfolgt:

a) Erfassung von Langzeitresultaten nach der Behandlung einer Epistaxis

b) Resultate nach Behandlung von malignen Tumoren (Plattenepithel-Ca) des Naseneingangs (Vestibulum nasi)

c) In Zusammenarbeit mit der Klinik für Plastische Chirurgie (Prof. Dr. P. Giovanoli) werden neue Entwicklungen in der Rekonstruktiven Gesichtschirurgie entwickelt. Dabei handelt es sich v.a. um Patienten nach Entfernung grösserer Hauttumore.

d) Die Klinik für Dermatologie hat mit unserer Unterstützung ein eigenes Haut-Tumorboard aufgebaut. Durch die bald zwei Jahrzehnte bestehende enge Zusammenarbeit wurden und werden verschiedene Projekte rund um die Behandlung maligner Hauttumore realisiert.